Astana (dpa) - Tod aus dem All: Weil sie an der mit Chemikalien verseuchten Landestelle einer Sojus-Raumkapsel gegrast haben, sind in Kasachstan etwa 120 Saiga-Antilopen verendet. Die Tierart gilt als stark gefährdet. Die Kapsel war am 27. April im Gebiet Kostanai im Norden der Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien gelandet. Die Tiere hätten chemisch vergiftetes Gras gefressen, sagte ein Sprecher der örtlichen Umweltbehörde nach Medienangaben. Mit der Sojus waren drei Raumfahrer von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt.
Potsdam (dpa) - Wie viel der neue Hauptstadtflughafen nach der geplatzten Eröffnung kosten wird, ist laut Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck noch unklar. Niemand wisse nach der Verschiebung der Inbetriebnahme auf den 17. März 2013, ob der Finanzierungsrahmen ausreiche. Nach aktuellem Stand werde das Terminal 1,22 Milliarden Euro kosten. Bisher hatten die Betreiber mit 630 Millionen Euro gerechnet. Platzeck forderte zur nächsten Aufsichtsratssitzung von der Flughafengesellschaft eine Darstellung zur wirtschaftlichen Ist-Situation und den Kostensteigerungen.
Istanbul (dpa) - Bei einem Schulausflug sind im Süden der Türkei sechs Jugendliche im Meer ertrunken. Die 13 bis 15 Jahre alten Jungen seien trotz Warnungen vor einer starken Strömung und hohen Wellen ins Wasser gegangen, berichteten türkische Fernsehsender. Anwohner und Mitarbeiter von Strandlokalen in Karaagac seien noch zu Hilfe geeilt, hätten aber nicht alle Schüler retten können. Die zu einer Koranschule gehörende Gruppe war in einem Bus unterwegs und hatte an dem Strand gestoppt, um Picknick zu machen.
Moskau (dpa) - Zwei Wochen nach dem Amtsantritt von Kremlchef Wladimir Putin ist in Moskau das mit Spannung erwartete neue Kabinett unter Regierungschef Dmitri Medwedew ernannt worden. Ihre Posten behalten unter anderem Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow. Russlands langjähriger Nato-Botschafter Dmitri Rogosin bleibt Vize-Regierungschef. Das teilte der Kreml nach Angaben der Agentur Interfax mit. Nach Ansicht von Experten trägt das Kabinett von Putins politischem Ziehsohn Medwedew deutlich die Handschrift des Präsidenten.
Düsseldorf (dpa) - Nach dem Mordaufruf eines Islamisten gegen deutsche Rechtsextremisten ermittelt der Generalbundesanwalt. Das teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium mit. Gegen den Islamisten, der in einem Video zur Ermordung von Mitgliedern der rechtsextremen Partei Pro NRW aufruft, werde seit längerem ermittelt. Das Video war am Wochenende im Internet aufgetaucht. Der Mann soll sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten. Die Partei hatte sich den Hass von Islamisten zugezogen, weil Aktivisten vor der NRW-Landtagswahl islamkritische Karikaturen gezeigt hatten.
Hamburg (dpa) - Im Streit um Musikclips auf YouTube hat die Verwertungsgesellschaft Gema Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Hamburg eingelegt. Die Verhandlungen mit der Google-Tochter hätten in den vergangenen Wochen zu keiner Einigung geführt, sagte die Gema in München. Es habe sich schnell gezeigt, dass die Gespräche bis zum Ende der Berufungsfrist nicht erfolgreich zu Ende geführt werden konnten. «Wir wollen uns verständigen», sagte der Syndikus der Gema, Alexander Wolf, der dpa. Das Landgericht Hamburg hatte entschieden, dass YouTube mehr tun muss, damit Videos mit geschützter Musik von der Plattform verschwinden.
Düsseldorf (dpa) - Fortuna Düsseldorf will nach einem Bericht des «Express» eine mögliche Geldstrafe bei den Fans eintreiben, die im Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC vorzeitig den Platz gestürmt hatten. Das werde man unter denen aufteilen, die man ausfindig machen können, sagte Fortuna-Finanzvorstand Paul Jäger der Zeitung. Alle anderen könnten anonym in einen Pool einzahlen. Das DFB-Sportgericht will am Nachmittag das mit Spannung erwartete Urteil zum Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung verkünden.
Brüssel (dpa) - Die Europäische Union hat den gewählten künftigen Staatschef Serbiens, Tomislav Nikolic, zu einer Änderung der Kosovopolitik gemahnt. Voraussetzung für den EU-Beitritt Serbiens sei eine «sichtbare und nachhaltige Verbesserung in den Beziehungen» zum Kosovo, schrieben der EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einem Glückwunschschreiben. Unter Nikolic - der sich vom Extremisten zum Europäer gewandelt hat - dürfte sich die Politik Serbiens gegenüber seiner früheren Provinz Kosovo nicht ändern.
Berlin (dpa) - Der scheidende Bundesumweltminister Norbert Röttgen will sich vorerst nicht zu den Hintergründen seiner Entlassung durch Kanzlerin Angela Merkel äußern. Es gebe keine Stellungnahme zu den Vorgängen - außer, dass Herr Röttgen im nächsten Jahr, 2013, wieder für den Bundestag kandidieren wird. Das sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Amtsübergabe an Peter Altmaier solle morgen intern erfolgen. Regierungssprecher Georg Streiter rechtfertigte erneut die Entlassung Röttgens nach der CDU-Pleite bei der NRW-Landtagswahl. Die Kanzlerin wünsche sich einen Neuanfang.
Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel will am Donnerstag mit den Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und Linken über eine Zustimmung zum europäischen Fiskalpakt verhandeln. Das teilte Vizeregierungssprecher Georg Streiter in Berlin mit. Auch die Partei- und Fraktionschefs der schwarz-gelben Koalition werden dabei sein. Bei dem Treffen will Merkel die Vertreter der Opposition davon überzeugen, dem Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin im Bundestag zuzustimmen. Die Opposition hat Bedingungen gestellt. Für den Pakt ist in Bundestag und Bundesrat eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.
Hannover (dpa) - Angesichts anhaltender Fan-Krawalle in deutschen Fußballstadien hat Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann die Vereine zu härterem Durchgreifen aufgefordert. Diese dürften das Bunkern von Pyrotechnik in den Stadien durch Fans nicht weiter dulden, sondern müssten Randalierer mit besserer Videotechnik identifizieren und mit Ordnungsgeldern belegen, sagte Schünemann in Hannover. Wenn es den Vereinen nicht selber gelinge, für Ordnung in den Stadien zu sorgen, müsse die Polizei selber massiver in den Fanblocks einschreiten, was problematisch werden könnte.
Berlin (dpa) - Im Machtkampf um die künftige Parteispitze der Linken setzt Fraktionschef Gregor Gysi weiter auf einen Kompromiss. Er hoffe, dass ein Weg gefunden werde, die unterschiedlichen relevanten politischen Sichten in die Parteiführung angemessen einzubinden, sagte Gysi in Berlin. Gestern hatten sich Fraktionsvize Dietmar Bartsch und Ex-Parteichef Oskar Lafontaine bei einem Treffen nicht einigen können. Bartsch hat bisher als einziger seine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. Auch Lafontaine steht bereit, verlangt aber, dass es keinen Gegenkandidaten gibt.
Paris (dpa) - Dem früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn droht nun auch ein Anklageverfahren wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung. Die französische Justiz weitete ihre Ermittlungen in der Affäre um illegale Sex-Partys mit Prostituierten um diesen Vorwurf aus. Es bestehe ein Anfangverdacht, dass es im Dezember 2010 zu Handlungen gekommen sei, die als gemeinschaftliche Vergewaltigung einzustufen seien. Das teilte die Staatsanwaltschaft im französischen Lille mit. Von dort aus sollen die Sex-Partys organisiert worden seien. Hintergrund sind Aussagen von Prostituierten.
Rom (dpa) - Das Erdbebengebiet im Norden Italiens kommt nicht zur Ruhe. Auch in der Nacht erschütterten neue Erdstöße die Region Emilia Romagna. Die beiden schwersten Nachbeben am frühen Morgen erreichten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa eine Stärke von 3,7 und 3,6. Tausende Menschen mussten die Nacht in Zelten, Sporthallen, Pensionen oder bei Freunden und Verwandten verbringen - ihre Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Regierungschef Mario Monti reiste vorzeitig vom Nato-Gipfel in Chicago ab. Er will im Laufe des Tages in Italien ankommen. Morgen will das Kabinett über Finanzhilfen beraten.
Baku (dpa) - Der Hip-Hopper Thomas D hat sich beim Eurovision Song Contest in Baku gegen eine zwanghafte Politisierung des Wettbewerbs ausgesprochen. Ein Künstler solle selber entscheiden, ob er ein politischer Musiker ist oder nicht, sagte der 43-Jährige der dpa in der aserbaidschanischen Hauptstadt. Thomas D begleitet den Sänger Roman Lob, der beim ESC-Finale am Samstag mit der Ballade «Standing Still» auf Startnummer 20 von 26 antritt. Bürgerrechtler sprechen von Dutzenden Menschen, die unter Polizeigewalt zwangsenteignet worden seien, um Platz für Neubauten für den ESC zu schaffen.